Die Kunst der Kunstversicherung

Bei einem spektakulären Kunstfund in München im Jahr 2013 wurden insgesamt 121 gerahmte und 1285 ungerahmte Werke entdeckt – darunter auch bisher unbekannte Meisterwerke weltberühmter Künstler wie Otto Dix oder Marc Chagall. Ein Teil der Bilder war wohl eindeutig der Beschlagnahme „entarteter Kunst“ während des NS-Regimes zuzuordnen. Andere Werke waren offenbar während des Krieges in besetzten Gebieten beschlagnahmt oder unter Zwang von jüdischen Eigentümern verkauft worden.

Zweifelsohne war dieser Fall aufgrund seiner Dimension besonders heikel. Ob es sich beim Besitzer der Bilder auch um den rechtmäßigen Eigentümer handelte, war eine komplexe Fragestellung. Die Thematik selbst kann prinzipiell jeden Kunst-Sammler betreffen. Beutekunst, Raubkunst, Hehlerware – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann sich kein Sammler sicher sein, rechtmäßiger Eigentümer seiner Sammlungsgegenstände zu sein. Im Falle einer Restitution oder Herausgabe an den rechtmäßigen Eigentümer bleibt er in der Regel auf dem Kaufpreis für das Werk sitzen.

Der Baustein „defective title“ sollte Bestandteil jeder Kunstversicherung sein. Diese deckt, ganz oder teilweise, den Kaufpreis für den Fall, daß gutgläubig erworbene Sammlungsgegenstände an den rechtmäßigen Eigentümer herausgegeben werden müssen.

© Alle Rechte Jean von Hohenstaufen, Künstler und Restaurator

© Alle Rechte Jean von Hohenstaufen, Künstler und Restaurator